Im Fackelschein auf den Spuren des "weißen Goldes" - Salinenwegführung der besonderen Art
📣 14.12. 18:00: Treffpunkt am Heimathaus: Salz war als "weißes Gold" einst begehrtes Handels- und Wirtschaftsgut und damit Quelle staatlichen wie privaten Wohlstandes. Der Verarbeitung von Sole (salzhaltigem Wasser) und dem Transport von Salz kam daher in früheren Zeiten besondere Bedeutung zu. Über viele Jahrhunderte hinweg war das Salinenwesen die wichtigste Großindustrie im südostbayerischen Raum. In Traunstein war der Handel mit Salz bereits seit dem Mittelalter ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Die Stadt an der Traun war Salzniederlage und damit wichtige Station an der Salzstraße in Richtung Westen. Obwohl der nunächst freie Salzhandel 1587 verstaatlicht wurde, blieb das "weiße Gold" von großer Bedeutung. Seinem Waldreichtum im Hinterland und der Holzknappheit der Saline Reichenhall verdankte Traunstein, dass es im frühen 17. Jahrhundert auch Salinenstandort wurde. Herzog Maximilian ordnete den Bau einer Soleleitung an, welche von 1617-1619 unter den Baumeistern Hans Reiffenstuehl und dessen Sohn Simon angelegt wurde. Die aus rund 8400 Fichtenholzstämmen (Deicheln) gefertigte Leitung - eine technische Meisterleistung - hatte eine Länge von 32 Kilometern und überwand mit sieben Pumpstationen einen Höhenunterschied von 238 Metern. Sie führte die Reichenhaller Sole über Inzell und Siegsdorf nach Traunstein. Die Errichtung der Saline in der Au mit ihren Sudhäusern, den Härthäusern zum Trocknen des Salzes, den Arbeiterwohnstöcken und der Salinenkapelle erforderte die enorme Investition von 130000 Gulden. Am 27. März 1618 wurde im Schloss- oder Hofanger, später die "Au" genannt, der Grundstein für die Salinengebäude gelegt. Am Oswaldtag (5. August) des Jahres 1619 erfolgte die erste Sud. Von 1619 bis zu ihrer Vereinigung mit der Stadtgemeinde (1808) wurde die Au als Hofmark mit eigenem Rechtsgebiet geführt. Die Oberaufsicht über die Saline oblag dem Salzmaier (ab 1791 Salinen-Oberinspektor), seine Residenz lag in der Nähe des Rathauses. Die Traunsteiner Saline basierte bis ins ausgehende 18. Jahrhundert im wesentlichen auf dem technischen Kenntnisstand des frühen 17. Jahrhunderts. Um die Effizienz der Saline zu steigern, beauftragte Kurfürst Karl Theodor 1782 den Salinenfachmann Johann Sebastian Clais mit einer Modernisierung der salinarischen Anlagen. Neubauten, wie das kreuzförmige, zentral gelegene Karl-Theodor-Sudhaus, das Brunnenhaus udn das Magazingebäude, brachten Rationalisierungseffekte und gaben der Gesamtanlage ein völlig neues Aussehen. Die vier alten Sudhäuser (Holzbauten) wurden zunächst umfunktioniert und später abgebrochen. Im Zuge der Erweiterung und Modernisierung der Soleleitung wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts die alte Reiffenstuelsche Soleleitung durch Georg von Reichenbach mit neuen Solepumpen ausgestattet. Die Aufhebung des staatlichen Salzmonopols 1868 führte zu einer Ankurbelung der Produktion und machte 1870 den Neubau eines zusätzlichen Sudhauses erforderlich. Bereits wenige Jahrzehnte später führte aus wirtschaftlichen Erwägungen die Zentralisation der bayerischen Salzproduktion in den Jahren 1910-1912 zur Stilllegung der Saline Traunstein. Die ehdem selbstständige Gemeinde Au wurde am 01. Januar 1914 der Stadt Traunstein eingemeindet. Die Gebäude der Fünferpfanne und das Karl-Theodor-Sudhaus dienten während des Ersten Weltkrieges als Straf- und Gefangenenlager. Das Karl-Theodor-Sudhaus wurde 1924 gesprengt.Den Salinenweg gibt es auch als Gutschein! Eigene Gruppenführungen sind möglich.Weitere Informationen, Gutscheine und Anmeldung: Tourist-Information Traunstein, Stadtplatz 39 (Brunnenhof), 83278 Traunstein, Tel. 0861-65500, touristinfo@stadt-traunstein.de Preis: 5,00 € bis 15,00 €, 5,00 Euro (nur Führung)15,00 Euro (inkl. Salzkrustenbraten)Anmeldung in der Tourist-Information erforderlich. Bezahlung vor Ort in Bar. Veranstalter: Stadt Traunstein Stadtplatz 39 83278 Traunstein Quelle: Tourist-Information Traunstein tourismus@traunstein.de powered by RCE-Event
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